Von der Vergangenheit...

 

Die erste urkundliche Erwähnung Edewechts fand im Jahre 1150 statt: decimam adewacht = der Zehnte zu Edewecht. Der Name adewacht wird von "Aueniederung" hergeleitet. 1305 stand im Dorfe eine Kapelle, aus der die hiesige St.-Nikolai-Kirche hervorgegangen ist. Im Mittelalter galt Edewecht als das volkreichste Dorf des Ammerlandes und war Stammsitz von sieben Halb-Adelsgeschlechtern.

Edewecht gehört zu den ältesten Ortschaften des Ammerlandes und stellt in seinem Siedlungskern das längste Reihendorf alter Art auf der nordwestdeutschen Geest dar.

Im Jahre 1417 fand auf der "Borchwehr" an der Aue ein Gogericht im Beisein des Grafen Moritz von Oldenburg statt. Es ging um die Stauhöhe in den Auewehren. 1450 herrschte die Pest und raffte viele Einwohner dahin. Um diese Zeit entstand an der Vehne eine Wassermühle, die dem Bauern Tatje gehörte. 1457 ließen die Edewechter Kirchgeschworenen die erste Windmühle im Dorfe errichten. In den Jahren 1474, 1476 und 1538 brannte Edewecht in den ,,Münsterschen Fehden" und 1624 durch ein Großfeuer nieder. 1702 zählte die Gemeinde 916 Einwohner. Um 1730 begannen wagemutige Männer auf kleinen Helgen an der Vehne mit dem Bau von Segelschiffen. Edewechts Schiffbau erlebte nach 1800 eine große Blütezeit. Mehrere auf Edewechts Helgen gebaute Schiffe durchkreuzten die Weltmeere.

Nach 1750 erfolgte die erste große dörfliche Siedlungserweiterung durch Bebauung der "gemeinen Mark". 1816 zählte die Gemeinde 2.091 Einwohner.

Von 1827 - 1844 entstand in Jeddeloh II unter der Bezeichnung "Jeddeloher Wiesen" die erste Moorkolonie der Gemeinde. Berufs- und Erwerbsverhältnisse in der Gemeinde nach der Volkszählung von 1835: Neben 456 Landwirten und 137 Handwerkern (darunter 43 Leineweber), 1 Prediger, 1 Organist, 4 Schullehrer. 1 Kaufmann, 18 Höker, 15 Gastwirte, 4 Branntweinbrenner, 3 Kalkbrenner, 11 Grützmüller, 3 Ölmüller, 3 Schiffszimmereien, 2 Windmühlen, 5 Wassermühlen, 2 Ziegeleien.

In 2 Bierbrauereien wurde das "eigenartige Edewechter Weißbier" hergestellt und in einer Zichorienfabrik zu Westerscheps "heimischer Kaffee", ein damals für das Oldenburger Land ungewöhnliches Industrieunternehmen.

Von 1864 - 1900: Stagnation der Bevölkerungsentwicklung und Siedlungstätigkeit durch Ab- und Auswanderung der überschüssigen Bevölkerung. Von 1855 - 1895 verließen rd. 1.700 Personen ihre Heimatgemeinde = 50 % der Einwohnerzahl von 1900 (3 435 E.) Ab 1900 leitete eine vom Staate planmäßig gelenkte Hochmoorerschließung die dritte bedeutsame Siedlungsepoche in der Gemeinde ein.

So entstanden ab 1910 im Südedewechter Moor als junge Hochmoorkolonien die beiden späteren Bauerschaften Süddorf und Husbäke.

1912 wurde die vollspurige Kleinbahn Zwischenahn - Edewecht und 1920 ihre Verlängerung nach Edewechterdamm fertiggestellt. Leider musste der Betrieb zum 01.10.1991 eingestellt werden, nachdem bereits 1950 der Personenverkehr eingestellt wurde. In den Folgejahren wurden die Gleise abgetragen, die Fläche saniert und ein idyllischer Radwanderweg hergestellt.

 

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